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Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Kategorien, eine Grundfrage: Steuerberater-Software lässt sich in Allrounder (vollständige Kanzlei-Infrastruktur) und Spezialisten (gezielte Prozess-Erweiterung) einteilen. Bevor ein konkreter Anbieter verglichen wird, lohnt es sich, zu klären, welche Kategorie zur eigenen Kanzlei passt.

  • Allrounder für den Neustart: DATEV, Agenda oder Stotax eignen sich für Kanzleien, die ihr Grundsystem komplett neu aufsetzen oder wechseln wollen. Die Einführung dauert mehrere Wochen bis Monate und erfordert Schulungen sowie Datenmigration.

  • Spezialisten ohne Migration: Tools wie Steuerboard, TaxDome oder KanzleiDrive integrieren sich in bestehende Systeme und lassen sich ohne Datenmigration einführen. Das Risiko ist deutlich geringer, weil kein bestehendes System angefasst wird.

  • Konkrete Automatisierung statt Systemwechsel: Wer Belegabfragen und Beratungsanlasserkennung automatisieren will, ohne das Grundsystem anzufassen, findet in Steuerboard einen direkten Einstieg in unter einer Woche.

Wer nach Software für Steuerberater sucht, stößt schnell auf ein breites Angebot: von etablierten Vollsystemen wie DATEV bis zu neuen KI-gestützten Spezialisten, die gezielt einzelne Prozesse übernehmen. Die entscheidende Frage ist dabei selten, welches Tool das „beste" ist, sondern welches zur eigenen Situation passt. Dieser Vergleich stellt 13 Tools vor, erklärt den Unterschied zwischen Allroundern und Spezialisten und hilft dabei, strukturiert die richtige Entscheidung zu treffen.

Was ist Steuerberater-Software?

Steuerberater-Software umfasst Programme, mit denen die typischen Tätigkeiten einer Kanzlei digital und mehrnutzerfähig abgewickelt werden. Im Unterschied zu Endverbraucher-Tools wie WISO Steuer decken sie den gesamten Kanzleibetrieb ab: Mandantenkommunikation, Dokumentenverwaltung, Fristenmanagement, Abrechnung und zunehmend auch Ablauf-Automatisierung. Für Steuerkanzleien geht es dabei nicht nur um Steuererklärungen, sondern um jeden Schritt dazwischen, von der ersten Beleganforderung bis zum Mandantengespräch.

Typische Kernfunktionen:

  • Finanzbuchhaltung und Rechnungswesen

  • Lohn- und Gehaltsabrechnung

  • Steuererklärungen und Jahresabschlüsse

  • Mandanten- und Dokumentenverwaltung

  • Aufgaben- und Fristenmanagement

  • Mandantenportale für sicheren Datenaustausch

  • Prozess-Automatisierung

Warum moderne Kanzleisoftware den Alltag konkret verändert:

  • Zeitgewinnung durch Automatisierung: Belegabfragen allein binden bis zu 15 % der Arbeitszeit in vielen Kanzleien. Diese Kapazität lässt sich für Beratung nutzen, sobald der Prozess automatisiert läuft.

  • Weniger Fehler durch Systemintegration: Plausibilitätsprüfungen und automatische Kontrollen reduzieren manuelle Fehler spürbar.

  • Reibungsloser Mandantenaustausch: Digitale Portale beschleunigen den Dokumentenfluss und erhöhen die Mandantenzufriedenheit.

  • Rechtssicherheit in Kanzleiabläufen: GoBD-konforme Archivierung und Finanzamtschnittstellen sichern die gesetzlichen Anforderungen ab.

Allrounder oder Spezialist: welche Kategorie passt zu deiner Kanzlei?

Der Markt für Kanzleisoftware lässt sich in zwei grundlegend verschiedene Kategorien einteilen, die unterschiedliche Situationen adressieren.

Allrounder bilden die gesamte Kanzlei-Infrastruktur ab: Buchhaltung, Lohn, Steuererklärungen, Dokumentenverwaltung. Die Einführung dauert in der Regel mehrere Wochen bis Monate und erfordert Schulungen sowie Datenmigration. Sie sind die richtige Wahl, wenn eine Kanzlei ihr Grundsystem komplett neu aufsetzen oder wechseln will.

Spezialisten setzen auf bestehende Systeme auf und lösen konkrete Probleme bei Prozessen, zum Beispiel manuelle Belegabfragen oder das Erkennen von Beratungsanlässen, ohne Migration und ohne Eingriff ins Grundsystem. Das Risiko ist entsprechend gering, weil nichts an der bestehenden Infrastruktur verändert wird.

Viele Kanzleien stellen bei näherer Betrachtung fest, dass nicht das Grundsystem das Problem ist, sondern einzelne Prozesse, die sich gezielt automatisieren lassen. Die Spezialisten kommen daher zuerst: Sie sind für die meisten bestehenden Kanzleien der schnellere Einstieg in moderne Automatisierung.

Vergleich Allrounder- vs. Spezialisten-Software für Steuerberater.

Worauf du bei der Auswahl der richtigen Kanzleisoftware achten solltest

Bevor ein konkreter Anbieter verglichen wird, lohnt es sich, die eigenen Anforderungen zu klären. Die folgenden Kriterien helfen dabei, die Auswahl strukturiert einzugrenzen.

  • DATEV-Kompatibilität: Ist eine nahtlose Integration vorhanden oder nur ein einfacher Import? Gerade für DATEV-Kanzleien ist eine offizielle Schnittstelle entscheidend.

  • Einführungsaufwand: Wochen oder Monate? Wer begleitet die Einführung, und wie viel interner Aufwand bedeutet das für die Kanzlei?

  • Funktionstiefe vs. Fokus: Vollsystem mit breitem Umfang oder gezielter Spezialist für konkrete Abläufe? Nicht jede Kanzlei braucht alles auf einmal.

  • Preisstruktur: Sind die Kosten öffentlich kommuniziert oder nur auf Anfrage verfügbar? Gibt es Zusatzkosten für Onboarding, Module oder Support?

  • Datenschutz und rechtliche Konformität: Für den KI-Einsatz mit Mandantendaten gelten besondere Anforderungen. Relevant sind Serverstandort Deutschland oder EU, ein abgeschlossener Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), eine Verschwiegenheitszusatzvereinbarung nach §62a StBerG und die Garantie, dass keine Mandantendaten zum Modelltraining genutzt werden.

  • Support und Onboarding: Wie schnell reagiert der Support? Gibt es strukturierte Begleitung bei der Einführung?

  • Skalierbarkeit: Funktioniert das Tool auch bei Kanzleiwachstum mit mehr Mitarbeitenden und Mandanten?

Gut zu wissen

Eine AVV nach DSGVO reicht für den KI-Einsatz mit Mandantendaten nicht aus. Für Steuerberater ist zusätzlich eine Verschwiegenheitszusatzvereinbarung nach §62a StBerG in Textform erforderlich, inklusive Belehrung über die strafrechtlichen Folgen nach §203 StGB. Diese sollte vor der Einführung eines KI-Tools vom Anbieter eingeholt werden.

Die besten Spezialisten-Tools: mehr Effizienz ohne Systemwechsel

Spezialisten-Tools integrieren sich in bestehende Kanzlei-Software, vor allem DATEV, und erweitern gezielt einzelne Prozesse. Wer bereits ein funktionierendes Grundsystem hat, muss nicht migrieren, um moderne Automatisierung zu nutzen.

Tool

Kernstärke

Automatisierungstiefe

DATEV-Anbindung

Steuerboard

Belegabfragen, proaktive Beratungsanlasserkennung, Mandantenkommunikation, offene API

Hoch: KI-Agenten arbeiten eigenständig, Kanzlei greift nur bei Bedarf ein

Offizielle Schnittstelle (Online und On-Premise)

TaxDome

Kanzleimanagement und Mandantenportal in einem System

Mittel: Prozess-Builder vorhanden, Prozesse müssen manuell konfiguriert werden

Vorhanden

milia.io

Strukturierter Informationsaustausch und KI-Dokumentenverarbeitung

Mittel: KI-Modul für Dokumentenverarbeitung, Vorgangsstruktur manuell

Vorhanden

KanzleiDrive

Sicherer Dokumentenaustausch und digitales Mandanten-Onboarding

Niedrig: Digitalisierung des Dokumentenflusses, wenig Automatisierungslogik

Vorhanden

kanzlei.land

Niederschwellige Mandantenkommunikation per App

Niedrig: Kommunikation digitalisiert, Prozesse bleiben manuell gesteuert

Vorhanden

1. Steuerboard: automatisierte Belegabfragen und proaktive Beratungsanlässe

Steuerboard ist eine agentenbasierte Plattform für Steuerkanzleien im DACH-Raum. Sie setzt auf dem bestehenden Grundsystem auf — ob DATEV, Pennylane oder ein anderes System — und übernimmt die Aufgaben, die heute manuell die meiste Zeit kosten.

Geeignet für: Kanzleien, die Belegabfragen und Beratungsanlasserkennung automatisieren wollen, ohne Systemwechsel und ohne Migrationsrisiko.

Kernfunktionen:

  • Collect Agent: Fordert Belege beim Mandanten automatisiert an, versendet Erinnerungen eigenständig und validiert eingehende Dokumente per KI, inklusive Bulk-Upload-Funktion für mehrere Belege auf einmal

  • Signals Agent: Analysiert nächtlich die Buchhaltungsdaten und erkennt Beratungsanlässe automatisch, z.B. Vorauszahlungsanpassungen, Liquiditätswarnungen oder Compliance-Signale

  • Offizielle DATEV-Anbindung (Online und On-Premise) sowie Kompatibilität mit Pennylane und weiteren Grundsystemen

  • Offene API für individuelle Integrationen

  • Rechtliche Konformität: Verschwiegenheitszusatzvereinbarung nach §62a StBerG, §203-konform, Hosting in Deutschland (Hetzner und AWS Bedrock DE), kein Modelltraining auf Mandantendaten

Einblick in die Steuerboard-Benutzeroberfläche.

Stärken: KI-Agenten arbeiten eigenständig im Hintergrund, Mandanten erhalten automatisch die passenden Anfragen, Erinnerungen werden ohne manuellen Eingriff versendet, eingehende Belege werden per KI geprüft. In vielen Kanzleien binden Belegabfragen bis zu 15 % der gesamten Arbeitszeit: Kapazität, die für proaktive Beratungsgespräche verloren geht, sobald der Prozess manuell bleibt.

Anwendungsbereich: Steuerboard ist als Ergänzung konzipiert, nicht als Grundsystem. Buchhaltung, Lohn und Jahresabschlüsse bleiben im bestehenden System. Die Plattform lässt sich auf DATEV, Agenda, Stotax, Pennylane und weitere Grundsysteme aufsetzen. Kanzleien, die ihr Grundsystem erst noch aufsetzen, starten besser mit einem Allrounder und ergänzen danach.

„Die Kanzleien, die heute Routineaufgaben abgeben, sind morgen die, die Zeit für echte Beratung haben. Wer Belege noch manuell anfordert, verliert nicht nur Stunden, er verliert auch den Moment, in dem der Mandant Beratung gebraucht hätte."

Jakob Brandt

Mitgründer Steuerboard

Preis: 449 Euro pro Monat, 3 Sitze inklusive, jeder weitere Sitz 149 Euro. Zusätzlich verfügbar: ein Add-on-Paket ab 800 Euro pro Monat für größere Mandatsbestände (100 Mandate und 3 Agent-Sitze inklusive, einmaliges Onboarding 1.000 Euro). Alle Pakete sind auf steuerboard.com/pricing einsehbar.

Autonome KI-Agenten: Kanzleisoftware effektiv ergänzen

Lass Steuerboard als intelligente Erweiterung im Hintergrund arbeiten, um Abläufe zu automatisieren und Beratungspotenziale in deinen Mandantendaten zu finden, ganz ohne Systemwechsel.

2. TaxDome: Kanzleimanagement und Mandantenportal

TaxDome kombiniert Mandantenportal, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung und Prozess-Automatisierung in einer Plattform. Der Funktionsumfang ist breit, der Einrichtungsaufwand entsprechend höher als bei reinen Kommunikationsspezialisten. Klassische Buchhaltungs- oder Lohnmodule sind nicht enthalten.

Kernfunktionen: Mandantenportal, digitale Signaturen, Aufgaben- und Zeiterfassung, Arbeitsablauf-Builder, CRM-Funktionen, DATEV-Anbindung

Geeignet für: Kanzleien, die Mandantenkommunikation, Dokumentenfluss und Kanzleimanagement in einem Tool konsolidieren wollen.

TaxDome ist eine umfangreiche Plattform mit vielen Einstellungsmöglichkeiten. Die Stärke liegt in der Breite des Kanzleimanagements; Prozesse müssen jedoch manuell konfiguriert werden und laufen nicht eigenständig. Der Einrichtungsaufwand ist entsprechend höher.

Preis: Ab 800 Euro pro Nutzer und Jahr (1-Jahres-Abo), bei längerer Laufzeit günstiger (2 Jahre: 750 Euro, 3 Jahre: 700 Euro). Alle Funktionen und unbegrenzter Speicherplatz inklusive, keine Zusatzkosten für Add-ons. Enterprise auf Anfrage.

3. milia.io: strukturierter Informationsaustausch mit KI-Unterstützung

milia.io fokussiert sich auf strukturierten Informationsaustausch und vorgangsbasierte Organisation mit DATEV-Integration. Ein eigenes KI-Modul (milia.AI) unterstützt die Dokumentenverarbeitung.

Kernfunktionen: Vorgangsbasierter Informationsaustausch, KI-Dokumentenverarbeitung (milia.AI), DATEV-Anbindung, strukturierte Checklisten und Anfragen

Geeignet für: Kanzleien mit Fokus auf strukturierten Informationsaustausch und Prozessautomatisierung entlang einzelner Vorgänge.

Die Plattform bringt Struktur in den Informationsfluss mit Mandanten, die Automatisierungstiefe ist aber geringer als bei agentenbasierten Lösungen: Vorgänge werden unterstützt, nicht eigenständig ausgeführt.

Preis: Keine öffentlich kommunizierten Festpreise. Die Abrechnung erfolgt individuell über einen Preisrechner nach Mitarbeiteranzahl und Mandatsbasis (Grundpauschale, Mitarbeiterlizenzen und Mandatsvolumen werden separat berechnet).

4. KanzleiDrive: sicherer Dokumentenaustausch und Mandanten-Onboarding

KanzleiDrive fokussiert sich auf sicheren Dokumentenaustausch, KYC-Onboarding und digitale Signaturen nach eIDAS-Standard mit DATEV-Anbindung. Seit Februar 2026 ist für Neukunden ein verpflichtendes Onboarding vorgesehen.

Kernfunktionen: Sicherer Dokumentenaustausch, KYC-Onboarding, digitale Signaturen (eIDAS), DATEV-Anbindung

Geeignet für: Kanzleien, die Dokumentenaustausch, Mandanten-Onboarding und digitale Signaturen strukturieren wollen.

Der Fokus liegt auf der sicheren Übertragung und Signatur von Dokumenten. Eine eigenständige Prozessautomatisierung ist nicht der Schwerpunkt des Tools.

Preis: Single-Paket 1.190 Euro jährlich (bis 50 Mandanten, unbegrenzte Mitarbeiter), Office-Paket 3.490 Euro jährlich (51 bis 300 Mandanten), Professional-Paket 5.490 Euro jährlich (301 bis 500 Mandanten), alle Preise zzgl. MwSt. Enterprise auf Anfrage.

5. kanzlei.land: Mandantenkommunikation per App ohne großen Einführungsaufwand

kanzlei.land bietet eine niederschwellige Lösung für digitale Mandantenkommunikation mit Belegscan, DATEV-Integration und einem Einkommensteuer-Assistenten. Der modulare Aufbau ermöglicht einen schrittweisen Einstieg: Kanzleien zahlen nur für die Funktionen, die sie tatsächlich nutzen.

Kernfunktionen: Mandantenkommunikation per App, Belegscan, Einkommensteuer-Assistent, DATEV-Anbindung, modularer Aufbau

Geeignet für: Kanzleien, die unkompliziert mit digitaler Mandantenkommunikation starten wollen, ohne lange Einführungsphase.

kanzlei.land ist ein guter Einstieg in die Digitalisierung des Mandantenkontakts. Die Automatisierungstiefe ist gering: Prozesse werden erleichtert, laufen aber nicht eigenständig.

Preis: Einrichtung Grundsystem einmalig 698 Euro. Kanzleinutzung 98 Euro pro Monat (1 Mitarbeiterzugang inklusive, unbegrenzter Speicherplatz), jeder weitere Mitarbeiterzugang 5 Euro pro Monat. Mandantennutzung: betriebliche Mandate 10 Euro pro Monat, private Mandate 10 Euro pro Veranlagungsjahr. Bei 24-Monats-Laufzeit 50 % Ersparnis auf Mandanten- und Mitarbeiterpreise. Alle Preise netto zzgl. MwSt.

Die besten Allrounder: für Kanzleien, die ihr Grundsystem aufsetzen oder wechseln

Allrounder bilden die gesamte Kanzlei-Infrastruktur ab, von Buchhaltung über Lohn bis zum Steuererklärungsmodul. Die Einführung erfordert Schulungen sowie Datenmigration und dauert je nach Kanzleigröße mehrere Wochen bis Monate. Kanzleien, die ihr Grundsystem bereits haben und gezielt einzelne Arbeitsabläufe verbessern wollen, sind mit den Spezialisten oben besser bedient.

Tool

Kernstärke

Automatisierungstiefe

DATEV-Anbindung

DATEV

Branchenstandard: Buchhaltung, Steuer, Lohn, Compliance aus einer Hand

Gering: Prozesse weitgehend manuell, Cloud-Transformation bis 2030

Eigenentwicklung

ADDISON

Cloud-fähige Vollalternative mit breitem Modulangebot

Mittel: Automatisierungsmodule vorhanden, Konfigurationsaufwand hoch

Importschnittstelle

Agenda

Vollsystem für kleine bis mittlere Kanzleien

Gering bis mittel: Standardprozesse unterstützt, wenig eigenständige Automatisierung

Vorhanden

Stotax

GoBD-konformer Cloud-Einstieg

Gering: solider Standard, keine erweiterte Automatisierungslogik

Vorhanden

Lexware neue steuerkanzlei

Kompaktes Vollsystem für Einzelberater

Gering: Grundfunktionen abgedeckt, kein Automatisierungsfokus

Vorhanden

DATEV: der Branchenstandard

DATEV ist seit Jahrzehnten Marktführer in deutschen Steuerkanzleien. Das Portfolio umfasst Buchhaltung, Lohnabrechnung, Steuererklärungen und Dokumentenmanagement und ist eng mit den Finanzämtern und der Berufsrechtslandschaft verknüpft.

Die Verbreitung ist entsprechend hoch, die Compliance-Ausrichtung verlässlich. Gleichzeitig gilt die Benutzeroberfläche als wenig intuitiv. Das System befindet sich aktuell in einer Cloud-Transformation, die bis etwa 2030 abgeschlossen sein soll. Neue Automatisierungsfunktionen kommen damit erst mittelfristig.

Wer in dieser Übergangsphase einzelne Prozesse bereits heute modernisieren will, kann Spezialisten wie Steuerboard auf DATEV aufsetzen.

Für Kanzleien, die grundsätzlich einen Systemwechsel prüfen, bietet dieser Überblick zu DATEV-Alternativen für Steuerkanzleien einen strukturierten Einstieg.

Kernfunktionen: Finanzbuchhaltung, Lohn und Gehalt, Steuererklärungen, Jahresabschlüsse, Dokumentenmanagement, Mandantenportal (DATEV Unternehmen online), Finanzamtschnittstellen

ADDISON (Wolters Kluwer): modulare Vollalternative

ADDISON deckt alle zentralen Kanzleiprozesse ab und ist cloud-fähig und modular aufgebaut. Die Plattform richtet sich an Kanzleien mit hohem Automatisierungsbedarf und bringt entsprechend Einrichtungsaufwand mit sich. Für kleine Kanzleien kann der Umfang zu viel sein.

Kernfunktionen: Finanzbuchhaltung, Lohn, Steuern, Jahresabschluss, Kanzleimanagement, Cloud-Betrieb, modulare Erweiterung

Agenda: übersichtlich für kleine bis mittlere Kanzleien

Agenda bietet ein vollständiges Kanzleisystem mit Rechnungswesen, Lohn, Steuerberechnung und Mandantenportal. Im Vergleich zu anderen Allroundern ist die Preisstruktur transparenter kommuniziert, was Agenda besonders für kleinere und mittelgroße Kanzleien interessant macht.

Kernfunktionen: Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Steuererklärungen, Mandantenportal, Dokumentenmanagement, Fristenmanagement

Stotax: GoBD-konformer Cloud-Einstieg

Stotax Kanzlei zählt zu den etablierten Kanzleiprogrammen mit GoBD-konformer Archivierung und cloud-basiertem Betrieb. Das Einstiegspreismodell ist im Vergleich zu anderen Allroundern niedriger angesetzt, der Funktionsumfang auf die Kernprozesse ausgerichtet.

Kernfunktionen: Steuererklärungen, Finanzbuchhaltung, GoBD-konforme Archivierung, Cloud-Betrieb, Lohn

Lexware neue steuerkanzlei: Kompaktstart für Einzelberater und kleine Kanzleien

„Lexware neue steuerkanzlei" richtet sich an Einzelberater und kleine Kanzleien, die mit einem vollständigen, aber kompakten System starten wollen. Fünf Lizenzen sind inklusive, Buchhaltung, Lohn und Steuererklärungen sind abgedeckt. Bei größeren Mandatsbeständen stößt der Funktionsumfang an Grenzen.

Kernfunktionen: Steuererklärungen, Finanzbuchhaltung, Lohn (bis 5 Lizenzen inklusive), GoBD-konforme Archivierung

Darüber hinaus gibt es weitere Lösungen wie Simba, hmd oder BMD. Diese sind vor allem relevant für mittelgroße bis große Kanzleien mit besonderen Anforderungen. Preise und Leistungsumfang auf Anfrage.

Welche Kanzleisoftware passt zu welcher Situation?

Die Wahl hängt davon ab, ob eine Kanzlei ihr Grundsystem neu aufsetzen oder gezielt bestehende Arbeitsabläufe erweitern will. Sinnvoll ist ein strukturiertes Vorgehen in zwei Schritten: erst klären, ob ein Systemwechsel überhaupt nötig ist, dann den konkreten Anbieter anhand der eigenen Situation auswählen.

Schritt 1: Prüfen, ob das Grundsystem wirklich das Problem ist. Welche Prozesse binden die meiste Zeit? Wo entstehen die häufigsten Fehler? Oft zeigt sich, dass nicht das Grundsystem das Problem ist, sondern einzelne Prozesse, die sich gezielt automatisieren lassen. Dann genügt ein Spezialist, der sich in Tagen einrichten lässt statt in Monaten.

Schritt 2: Anbieter anhand der konkreten Situation wählen.

  • Grundsystem neu aufsetzen: DATEV (Branchenstandard), Agenda (übersichtlich), Stotax (günstiger Einstieg)

  • Von DATEV weg: ADDISON, Agenda oder Stotax vergleichen. Einen strukturierten Überblick bietet dieser Artikel zu DATEV-Alternativen für Steuerkanzleien.

  • Belegabfragen automatisieren: Steuerboard auf bestehendem System aufsetzen. Einführung unter einer Woche, kein Migrationsrisiko.

  • Proaktive Beratungsanlässe erschließen: Steuerboard Signals Agent. Wie proaktive Beratung in der Praxis funktioniert, zeigt dieser Artikel mit konkreten Kanzleibeispielen.

  • Mandantenkommunikation und Dokumentenfluss digitalisieren: TaxDome, milia.io, KanzleiDrive oder kanzlei.land je nach Schwerpunkt vergleichen.

Steuerboard: die Ergänzung, die keine Migration braucht

Viele Kanzleien suchen keine neue Software, sondern eine Antwort auf eine konkrete Frage: Wie lassen sich Belegabfragen, Mandantenkommunikation und Beratungsanlasserkennung effizienter gestalten, ohne DATEV zu ersetzen oder ein aufwendiges Einführungsprojekt zu starten?

Genau hier setzt Steuerboard an. Die Plattform legt sich auf das bestehende System, ohne es zu verändern. Der Collect Agent übernimmt Belegabfragen vollständig im Hintergrund. Der Signals Agent durchsucht nächtlich die Buchhaltungsdaten und meldet Beratungsanlässe, bevor der Mandant sie selbst bemerkt. Kanzleien, die heute Routineaufgaben abgeben, gewinnen morgen den Spielraum für Beratungsgespräche, die wirklich zählen.

Die Einführung dauert unter einer Woche. Ein bestehendes System wird nicht angefasst.

Der Spezialist, der in unter einer Woche läuft.

Steuerboard automatisiert Belegabfragen und Beratungsanlasserkennung direkt auf deinem bestehenden System. In unter einer Woche einsatzbereit, ohne einen Schritt an der bestehenden Infrastruktur zu verändern.

Häufige Fragen

Was ist die beste Steuerberater-Software?

Es gibt nicht die eine beste Steuerberater-Software, die Wahl hängt von der Ausgangssituation ab. Kanzleien, die ihr Grundsystem neu aufsetzen, sind mit einem Allrounder wie DATEV, Agenda oder Stotax gut beraten. Wer ein funktionierendes System hat und gezielt einzelne Prozesse automatisieren will, fährt mit einem Spezialisten besser: Steuerboard automatisiert etwa Belegabfragen und Beratungsanlasserkennung in unter einer Woche, ohne Systemwechsel.

Was kostet Steuerberater-Software im Schnitt?

Das hängt stark vom Typ ab. Allrounder-Vollsysteme kosten je nach Kanzleigröße mehrere Hundert Euro pro Monat. Spezialisten wie TaxDome starten bei rund 50 Euro pro Nutzer und Monat. Steuerboard startet bei 449 Euro pro Monat für drei Sitze, jeder weitere Sitz kostet 149 Euro. Alle Pakete sind auf steuerboard.com/pricing einsehbar.

Kann ich als SteuerberaterIn mehrere Softwaretools kombinieren?

Ja, und genau das ist der Ansatz vieler moderner Kanzleien: ein Allrounder als Grundsystem, ein Spezialist für konkrete Prozesse kommt zusätzlich zum Einsatz. Diese Kombination schafft Flexibilität, ohne auf einen einzigen Anbieter angewiesen zu sein.

Ist KI-Software für Steuerkanzleien DSGVO-konform?

Das kommt auf den Anbieter an. Relevant sind Serverstandort in Deutschland oder der EU, ein abgeschlossener Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und die Garantie, dass keine Mandantendaten zum Modelltraining genutzt werden. Was viele übersehen: Für SteuerberaterInnen ist nach §203 StGB zusätzlich eine Verschwiegenheitszusatzvereinbarung nach §62a StBerG erforderlich, die eine AVV allein nicht ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerberater-Software und WISO Steuer?

Professionelle Kanzleisoftware ist für den Mehrnutzerbetrieb ausgelegt und deckt den gesamten Kanzleibetrieb ab, von der Mandantenverwaltung über Lohnabrechnung bis zur Automatisierung von Arbeitsabläufen. WISO Steuer ist ein Endverbraucher-Tool für Privatpersonen und nicht für Kanzleiprozesse geeignet.

Wie lange dauert die Einführung einer neuen Software in einer Steuerkanzlei?

Das variiert stark nach Typ. Allrounder erfordern je nach Kanzleigröße mehrere Wochen bis Monate, inklusive Schulungen und Datenmigration. Spezialisten wie Steuerboard sind in der Regel in unter einer Woche einsatzbereit, weil kein bestehendes System angefasst wird.

Ersetzt Steuerboard mein bestehendes System?

Steuerboard setzt auf das bestehende Grundsystem auf. DATEV, Agenda oder Stotax bleiben wie sie sind. Steuerboard übernimmt konkrete Aufgaben on top: Belegabfragen und Beratungsanlasserkennung, automatisiert, im Hintergrund, ohne Migration.

Müssen SteuerberaterInnen DATEV nutzen?

Nein. DATEV ist der meistgenutzte Standard in deutschen Steuerkanzleien, aber keine gesetzliche Pflicht. Alternativen wie ADDISON, Agenda oder Stotax bieten vergleichbare Funktionen. Spezialisten wie Steuerboard lassen sich auf jedem Grundsystem einsetzen.

Inhaltsverzeichnis

Über die Autorin

Jinju Kim

Content Manager

Kanzlei mit KI-Agenten automatisieren

Einfach auf DATEV aufsetzen. Kein Systemwechsel notwendig.

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